Wir stellen vor: Die „früh erkennen“ Serviceline 0800 500 181

7. November 2017 - Allgemein - Sabine Klein

Seit 1. März 2013 ist die „früh erkennen“ Serviceline des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms unter der Telefonnummer 0800 500 181 erreichbar. Die MitarbeiterInnen, oder „Agents“ wie man sie intern nennt, beantworten Fragen rund um das Programm, nehmen Feedback entgegen und bearbeiten Anmeldungen zum bzw. Abmeldungen vom Programm. Seit Bestehen wurden über 352.000 Anrufe entgegengenommen und ca. 60.000 schriftliche Anfragen behandelt. In diesem Blogbeitrag wollen wir Ihnen die Serviceline ein wenig genauer vorstellen. Wir haben uns in den Räumlichkeiten der Serviceline umgesehen und Telefonpausen für kurze Gespräche mit den Agents genützt.

Was uns sofort auffällt: Das Team der Serviceline ist wirklich bunt! Insgesamt sind derzeit 46 MitarbeiterInnen in Teilzeit oder Vollzeit beschäftigt, wobei die Altersspanne zwischen 19 und 52 Jahren liegt. In ihrer Gesamtheit decken die Agents durch ihre unterschiedliche Herkunft und Ausbildung nicht weniger als 15 (!) Sprachen ab. Englisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch und Türkisch werden von Montag bis Freitag zwischen 08.00 und 18:00 Uhr zumindest von einem Agent gesprochen. Sollte bei einem Anruf eine gewünschte Sprache nicht verfügbar sein, wird rasch und unbürokratisch ein Rückruf veranlasst.

Wir fragen nach dem Anforderungsprofil. Was müssen die Agents an Anforderungen bzw. an Wissen mitbringen? Die Antwort überrascht uns: Für die Tätigkeit an sich gibt es keine fachspezifische Ausbildung. Die Bildungswege der Frauen und Männer, die hier arbeiten, sind deshalb höchst unterschiedlich: AbsolventInnen einer Lehre oder höherer Schulen sind bei der Serviceline ebenso beschäftigt wie AkademikerInnen. Mehrere MitarbeiterInnen befinden sich in berufsbegleitender Ausbildung, das heißt, sie holen die Matura nach bzw. studieren an einer Universität oder Fachhochschule. Um den täglichen Anforderungen gewachsen zu sein, werden natürlich bestimmte Schlüsselqualifikationen vorausgesetzt: Dazu gehören neben guten EDV-Anwenderkenntnissen überdurchschnittliche soziale und kommunikative Fähigkeiten, Verantwortungsbewusstsein und persönliches Engagement.

Und natürlich müssen die Agents die Eckpunkte des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms beherrschen: An wen es sich richtet; was die Altersgruppen zu bedeuten haben; ab wann man sich zum Programm anmelden kann; oder warum ein „Zwei-Jahres-Intervall“ für die Früherkennungsmammografie vorgesehen ist. Viele unterschiedliche Fragen prasseln Tag für Tag auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Damit sie gerade in diesen Themen sattelfest sind, werden sie laufend geschult. Halbjährlich wird dann geprüft, wie gut tatsächlich gearbeitet wird: Wie verhalten sich die Agents am Telefon? Schaffen sie es auch bei schwierigen Anrufen freundlich zu bleiben? Wie dokumentieren sie Anrufe und Mail-Anfragen? Mittels Wissenstest wird dann noch festgestellt, ob sie auch wirklich alle wesentlichen Informationen rund ums Programm abrufen können.

Klingt anspruchsvoll? Ist es auch! Damit die Arbeit auch Spaß macht, gibt es eine Reihe von Maßnahmen: Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Flexibilität durch verschiedene Teilzeitmodelle, gegenseitige Unterstützung in kleineren Teams, regelmäßige Teammeetings, in denen auch schwierige Themen angesprochen werden können. Besondere Ereignisse wie Geburtstage  oder Hochzeiten werden gebührlich gefeiert – und zwar nicht nur im kleinen Team, sondern teamübergreifend im großen Rahmen. Und zwischendurch hält man sich gegenseitig mit Knabbereien und Süßigkeiten bei Laune. Wie gut das funktioniert, davon können wir uns bei unserem Kurzbesuch selbst überzeugen.

Natürlich wird es zwischendurch immer wieder stressig, wenn plötzlich alle Telefone auf einmal läuten. Und manche Anrufe sind schwierig, weil sie emotional belasten können: z.B. weil eine Anruferin am Telefon ungehalten ist. Diesen Situationen begegnen die Agents mit gegenseitigem Respekt, mit Hilfsbereitschaft und Empathie – das schafft den nötigen Ausgleich.

Als wir gehen, sind bereits alle wieder am Telefonieren. Wir winken ein letztes Mal in die Runde und wissen die Anruferinnen in guten Händen.

 

                   

 

Serviceline 0800 500 181
Mo bis Fr von 08:00 bis 18:00 Uhr
kostenfrei aus ganz Österreich
serviceline@frueh-erkennen.at

Anmeldungen zum Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm können Sie auch über unsere Website und über das Online-Portal Meine SV erledigen.

Online geht’s schneller: Neue Wege in der Sozialversicherung

12. Oktober 2017 - Allgemein - Sabine Klein

„früh erkennen“ hat sich wieder einen interessanten Interview-Partner geholt: Mag. Andreas Obermaier ist als Direktor der Wiener Gebietskrankenkasse u.a. zuständig für die Bereiche Organsiation und Informatik. Wir haben ihm eine Reihe von Fragen zum Online-Service „Meine SV“ gestellt, u.a. wollten wir wissen, wie Frauen es im Zusammenhang mit dem Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm nutzen können.

 

Früh erkennen: Herr Direktor Obermaier, mit dem neuen Online-Service „Meine SV“ der Sozialversicherung ist es möglich, Einreichungen, Anträge und Meldungen online zu erledigen. Welche Services umfasst dieses Angebot konkret?

Mag. Obermaier: Ich kann dieses neue Angebot nur wärmstens empfehlen, gerade weil es so viele Services umfasst. Es wurde geschaffen, um den Versicherten Zeit und Wege zu ersparen und hält, was es verspricht: Sie können hier z.B. Wahlarzt- oder Fahrtkosten-Rechnungen einreichen, einen Blick auf Ihr Pensionskonto werfen, Ihre Daten und jene von mitversicherten Personen kontrollieren, Ihre e-card nachbestellen und vieles mehr. 33 Services haben wir bis jetzt auf der Plattform integriert und wir erweitern die Liste laufend. Wer „Meine SV“ nutzt, hat klare Vorteile, etwa bei der Einreichung von Rechnungen: Online ist die Wartezeit bis zur Überweisung deutlich kürzer, als wenn Sie ein Kundencenter aufsuchen – von der Wartezeit am Schalter einmal abgesehen – sowohl die Versicherten als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren also davon.

Früh erkennen: Man braucht dafür eine Handysignatur und dann muss man sich noch auf einem Computer einloggen … Ist dieses neue System nicht doch auch kompliziert?

Mag. Obermaier: Ganz und gar nicht. Oft glauben die Menschen, dass die Handysignatur kompliziert ist, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben, dabei funktioniert es ganz ähnlich wie E-Banking. Und es gibt eine Vielzahl von Stellen, wo man rasch und unbürokratisch zu seiner Handysignatur kommt. Alles, was man dazu braucht, ist ein Handy mit SMS-Funktion und ein amtlicher Lichtbildausweis. Die Aktivierung dauert nur ca. 10 Minuten. Sie sehen: Das geht wirklich ganz schnell. Und man hat eine Reihe von Vorteilen, denn die Handysignatur ist eine rechtsgültige elektronische Unterschrift, die von zahlreichen Behörden und Institutionen genutzt wird, nicht nur von der Sozialversicherung. Wer sie sich einmal besorgt, profitiert also immer wieder davon, z.B. in Finanz- oder Postangelegenheiten. Übrigens: Über 800.000 Österreicherinnen und Österreicher haben bereits eine Handysignatur – Tendenz steigend.

Früh erkennen: Jüngst ist auch das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in „Meine SV“ integriert worden. Was genau haben Frauen davon, die das neue Angebot nutzen?

Mag. Obermaier: Kurz gesagt: eine weitere Möglichkeit, sich über die Brustkrebs-Früherkennung zu informieren – zusätzlich zu unserer Serviceline, die unter der Telefonnummer 0800 500 181 erreichbar ist. Jede Frau, die sich fragt, wann sie das letzte Mal bei der Brustkrebs-Früherkennung war oder ob ihre e-card freigeschaltet ist, kann nun auf „Meine SV“ selber nachsehen – einfach, bequem und sicher.

Früh erkennen: Stichwort Sicherheit – Wie sicher ist „Meine SV“? Was haben Sie alles unternommen, damit die Daten der Versicherten geschützt sind?

Mag. Obermaier: Bei „Meine SV“ kommen aktuelle Sicherheitstechnologien zum Einsatz, die für die gesamte Sozialversicherung gemeinsam ständig betreut und weiterentwickelt werden. Die gesamte Kommunikation erfolgt hochwertig verschlüsselt und mit der österreichischen Handysignatur steht eine zuverlässige Prüfung zur Verfügung, wer vor dem Bildschirm sitzt. Nur wer die Kennwörter und das damit verknüpfte Handy besitzt, hat Zugriff – ähnlich wie bei Banken, mit denen man seine Bankgeschäfte online abwickelt.

Früh erkennen: Hand aufs Herz: Nutzen Sie meine SV auch?

Mag. Obermaier: Ja, sicher! Ich bin ja ein Versicherter wie alle anderen auch und nutze online eine Reihe von Services, z.B. die Leistungsinformation, die online ganz genau anzeigt, welche Leistungen von der Krankenversicherung für mich bezahlt wurden; oder das Pensionskonto.

Früh erkennen: Und was ist Ihr „Lieblingsservice“?

Mag. Obermaier: Auch wenn das für mich persönlich nicht direkt relevant ist: das Rezeptgebührenkonto. Dabei hat man einen genauen Einblick, wie viele Rezeptgebühren man bereits bezahlt hat und wann man die Obergrenze erreichen würde.

Früh erkennen: Was ist Ihre ganz persönliche Zukunftsprognose? Was müssen Versicherungsanstalten in Zukunft noch besser machen, wo gibt es Modernisierungsbedarf?

Mag. Obermaier: Alle reden heute von Digitalisierung und Fortschritt. Für mich muss diese Diskussion aber weit über die Programmierung von Online-Services und Apps hinausgehen. Ich meine, unsere größte Herausforderung wird sein, Schritt zu halten mit dem technologischen Fortschritt und gleichzeitig als Sozialversicherung eine Institution zu bleiben, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Und dazu wollen wir unsere Versicherten mit innovativen Zugängen laufend besser und bequemer servicieren – auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Das ist uns ein echtes Anliegen, nicht zuletzt, um für persönliche Beratung durch unsere Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit zu haben.

 

 

Mag. Andreas Obermaier ist in der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) als Direktor zuständig für die Bereiche Medizinische Behandlungsökonomie, Organisation und Informatik, Versorgungsmanagement sowie Vertragspartnerverrechnung und Verhandlung. Er hat an der WU Wien Betriebswirtschaftslehre studiert und begann seine berufliche Laufbahn in der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA). 2007 wechselte er in die WGKK. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Sein Steckenpferd ist Zeitgeschichte, in seiner Freizeit macht er Sport, z.B. Laufen oder Segeln. Sein Laster: Kaffee …

 

Alle Infos zu „Meine SV“, dem Service-Portal der österreichischen Sozialversicherungsträger finden Sie hier.

Hier erfahren Sie, wie und wo Sie Ihre Handysignatur aktivieren können.

 

Können Sie Ihr Brustkrebs-Risiko beeinflußen?

14. September 2017 - Allgemein - Nina Roth

Kann ich Brustkrebs vorbeugen und etwas tun, damit ich mein individuelles Brustkrebs-Risiko senke? Diese Frage bewegt viele Frauen. Doch – wie meistens bei komlexen Angelegenheiten – ist diese nicht so einfach beantworten. Denn die Entstehung von Brustkrebs hängt von vielen Faktoren ab und nicht alle sind beeinflussbar. Hier ein kurzer Überblick darüber, welche Faktoren das Brustkrebs-Risiko bestimmen.

Wie aus großen Studien bekannt ist, kann fast sicher gesagt werden, dass folgende Faktoren bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen: Das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und ererbte Risikogene.

Zum Lebensalter kann gesagt werden, dass das Brustkrebs-Risiko nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch ist. Während im Alter von 35 Jahren nur etwa jede 110. Frau an Brustkrebs erkrankt, ist es mit 65 Jahren jede 27. Frau. Da Brustkrebs mit höherem Alter häufiger vorkommt, betonen wir hier immer wieder, wie wichtig es gerade im Alter zwischen 50 und 70 ist, regelmäßig zur Brustkrebs-Früherkennung zu gehen. Eine Mammografie alle 2 Jahre kann Brustkrebs zwar nicht verhindern, aber ermöglicht eine Früherkennung und verbessert die Heilungschancen.

Die hormonelle Situation in unserem Körper hat ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs, aber ist kaum beeinflussbar. Je länger eine Frau mit dem Zyklus-bedingten Auf und Ab von Östrogenen und Gestagenen lebt, desto höher scheint das Risiko für Brustkrebs zu sein. Eine Rolle spielt auch die Familienplanung: Je mehr Schwangerschaften eine Frau hat und je länger die Kinder gestillt werden, desto niedriger ist das Risiko für Brustkrebs. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Hormonersatztherapie jedenfalls risikosteigernd wirkt. Daher gilt heute das Prinzip diese so niedrig dosiert wie möglich und nur so lange wie nötig zu geben. Mehr Informationen dazu bekommen Sie von Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt.

Der Lebensstil ist der einzige Risiko-Faktor, den wir wirklich beeinflussen können: Wie viel und wie oft bewegen wir uns? Wiegen wir zu viel? Wie oft trinken wir wie viel Alkohol? All diese Faktoren haben einen Einfluss. Welche Rolle die Ernährung tatsächlich auf das Brustkrebs-Risiko hat und ob die Menge an Obst und Gemüse, die frau isst, eine Rolle spielt, scheint noch unklar zu sein. Andererseits bestimmt auch die Ernährung maßgeblich das Gewicht, das frau auf die Waage bringt und hat somit doch keinen so unerheblichen Einfluss.  Faszinierend dabei ist, dass schon eine Gewichtsabnahme um 4,5 Kilo – das sollten wir doch schaffen, oder? – das Brustkrebs-Risiko um 45 % (!) senken kann. Und dann wäre da auch noch der Alkoholkonsum: Konsumieren wir mehr als ein Glas Wein, steigt das Brustkrebs-Risiko mit jedem Glas um 7  %. Dann ist es wohl doch besser bei dem einen Glas zu bleiben, meistens jedenfalls. Mehr dazu finden Sie auch noch in diesem Blogbeitrag.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist noch die genetische Belastung: Wer glaubt ein erhöhtes familiäres Brustkrebs-Risiko zu haben, bespricht dies am besten mit seiner Vertrauensärztin / -arzt oder wendet sich an die Brustgenberatung.

Umweltfaktoren oder Stress hingegen scheinen nach dem derzeitigen Stand der Forschung eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs zu spielen.

Wer mehr lesen möchte, kann dies hier tun oder hier.

Alles in allem lernen wir daraus, dass wir vor allem auf uns schauen müssen: Regelmäßig bewegen; nicht zu viel und nicht zu schwer, aber unbedingt köstlich essen; und es mit Wein, Bier oder dergleichen nicht übertreiben. Denken Sie dran!

 

Meine Lust zu Fuß zu gehen

29. August 2017 - Bewegung - Nina Roth

Ich gehe gerne zu Fuß. Ein oder zwei U-Bahn-, Straßenbahn- oder Busstationen. Oder ich steige erst gar nicht in die Öffis ein, weil es zu Fuß ohnehin schneller oder gleich schnell ist (wenn man die Wartezeiten mit einrechnet) und mehr Spaß macht. Dabei habe ich gar keinen Hund. Ich gehe zu Fuß, weil ich mich gerne bewege, weil es mir beim runter kommen hilft, weil ich in Ruhe nachdenken kann und weil Gehen mein Wohlbefinden massiv erhöht. Und ich entdecke neue Ecken von Wien oder sehe Regenbögen, nebelverhangene Bäume und orangen Himmel, die ich sonst gar nicht so bemerkt hätte.

Und ich gebe es zu – seit ich weiß, dass mein iPhone meine Schritte zählt – finde ich es auch immer wieder spannend herauszufinden wie viele Schritte / Kilometer ich tatsächlich gegangen bin. Motivierend finde ich zwar nach wie vor nur das Gehen selbst und nicht den Schrittzähler, dennoch wundere ich mich manchmal wie viele Schritte es an nur einem Tag waren.

Dass regelmäßige Bewegung auch der Gesundheit gut tut und vor einigen Krankheiten schützt, ist kein großes Geheimnis. So sinkt u.a. das Risiko für an Brustkrebs zu erkranken, das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Osteoporose. Und anstatt ins Fitness-Center zu eilen, kann man den Weg nach Hause oder zur Arbeit auch genau so gut zu Fuß gehen. Allerdings sollte frau sich das mindestens 3 Mal in der Woche einteilen, damit sie einen Effekt erzielt.

Besser wie André Heller kann ich es auch nicht sagen: „Aso a dog gonz ohne geh, des ist ka Dog.“ Probieren Sie es doch einfach selbst aus und erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen.

Maria: Zeit ist das kostbarste Lebensgeschenk

10. August 2017 - Allgemein - Nina Roth

Bei unserer Wanderung auf den Vogelbergsteig Mitte Mai, die ganz im Zeichen der Brustkrebs-Früherkennung stand, haben wir auch die wunderbare Maria kennengelernt. Von sich selbst sagt sie, dass sie eine „gute Zuhörerin, aber oft ein bisschen zu ungeduldig“ ist. Dass sie gut zuhören kann, können auch wir nur bestätigen. Jedoch von Ungeduld haben wir, obwohl es bei unserer doch etwas langatmigen Wanderung mit dem Kamearteam jeden Anlass dazu gegeben hätte, absolut nichts gemerkt. Auf Wunsch des Kameramanns mussten die Damen nämlich Teile des Weges wiederholt gehen und keine – auch Maria nicht – wurde nervös oder ungehalten. Die also aus unserer Sicht gar nicht ungeduldige und liebenswürdige Maria aus unserem „früh erkennen“ Video möchten wir Ihnen heute vorstellen:

Für Maria ist Zeit eines der kostbarsten Lebensgeschenke und daher ist es ihr wichtig, sie sinnvoll zu nutzen und sie bewusst zu verbringen. Im Moment schenkt sie ihre Zeit am liebesten ihren 3 noch kleinen Enkeln und beobachtet die drei Burschen mit großer Freude beim größer werden. Wenn sie gerade nicht Oma ist, liest Maria gerne, liebt das Theater und geht oft in Konzerte. Auch Bewegung steht ganz oben auf ihrer Prioritätenliste: Die Wienerin wandert gerne oder geht ganz einfach spazieren, auch Yoga versucht sie regelmäßig unterzubringen. Und eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen, die auch als Bewegung nicht zu unterschätzen ist, ist Gartenarbeit. In ihrem Garten findet Maria fast immer was zu tun, aber das kennen Sie vermutlich selbst.

Ein wenig überraschend für uns war, dass Maria zwar regelmäßig zum Gynäkologen geht und auch sonst sehr gesundheitsbewusst ist, aber der Mammografie bis dato keinen so hohen Stellenwert eingeräumt hat. Aber das wird sich jetzt nach unserer „früh erkennen“-Wanderung hoffentlich ändern. Denn Maria wusste nicht, dass Frauen gerade in ihrem Alter besonders häufig an Brustkrebs erkranken. Daher ist es im Alter zwischen 50 und 70 Jahren besonders wichtig alle zwei Jahre zur Früherkennungsmammografie zu gehen. Vielleicht ist es uns gelungen, Maria diesbezüglich ein wenig zum Nachdenken anzuregen. Ob sie am Programm teilnimmt und wie oft sie zur Mammografie geht muss sie aber selbst entscheiden.

 

5 Grundregeln für mehr Wohlbefinden

9. August 2017 - Allgemein - Christa Kummer

In meinem letzten Blogbeitrag habe ich Ihnen verraten, was es mit der Wetterfühligkeit allgemein auf sich hat. Heute möchte ich ein wenig näher darauf eingehen, was Menschen, die von diesem Phänomen betroffen sind, konkret dagegen tun können. Sie werden sehen: Alle Maßnahmen, die gegen Wetterfühligkeit helfen, sind auch klassische Vorsorge-Maßnahmen, die den Körper ganzheitlich dabei unterstützen, gesund zu bleiben.

Im Wesentlichen gibt es 5 Grundregeln, die man beachten sollte:

  1. Machen Sie soviel Bewegung und Fitness wie möglich an der frischen Luft
    Welche Tätigkeiten Sie auch bevorzugen – möglichst oft sollte es sein. Gehen Sie walken, laufen, radeln – allein oder mit Freundinnen, der Familie oder Gleichgesinnten. Wichtig ist vor allem, dass es Ihnen Spaß macht.
  2. Kennen Sie die guten alten Kneipp-Kuren?
    Es ist kein Wunder, dass Wechselbäder, Wassertreten oder Schneegehen nie aus der Mode gekommen sind: Jeder, der diese Methoden schon ausprobiert hat, kennt den wohltuenden Effekt. Bei entsprechender Konstitution kann das Kneippen auch mit regelmäßigen Sauna-Besuchen kombiniert werden. Übrigens: Die Kneipp-Medizin ist nicht als Gegensatz zur klassischen Schulmedizin zu werten – sondern vielmehr als Ergänzung. Probieren Sie doch einfach einmal einen kalten Guss unter der Dusche aus – vielleicht finden Sie an dieser einfachen Maßnahme Gefallen.
  3. Achten Sie auf eine gesunde Ernährung
    Gesunde Ernährung hat viel mit dem eigenen Wohlbefinden zu tun. Gesund ist nicht nur, was schmeckt. Gesunde Ernährung bedeutet vor allem, auf die unterschiedlichen Jahreszeiten Rücksicht zu nehmen und die Nahrungsmittel auf den eigenen individuellen Organismus abzustimmen. Dieses einfache Ernährungsrezept erscheint angesichts der vielen Allergien und Unverträglichkeiten heute wichtiger denn je. Regional und saisonal einzukaufen ist der erste Schritt dazu.
  4. Trinken Sie ausreichend
    Das ist nur scheinbar eine Binsenweisheit – denn die Notwendigkeit einer ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme wird immer wieder unterschätzt: Mindestens 2 Liter braucht der Stoffwechsel unseres Körpers täglich, um reibungslos funktionieren zu können. Experten schwören übrigens auf Mineralwasser oder Kräutertee, eventuell aufgebessert mit Melissengeist.
  5. Tun sie Ihrer Seele etwas Gutes
    Das ist vermutlich leichter gesagt als getan. Jeder von uns kennt die Auswirkungen von Stress: Arbeit, Familie, Freizeit – viele Aufgaben wollen heute täglich unter einen Hut gebracht werden. Trotzdem gilt: Wenn Ihnen Ihre Gesundheit am Herzen liegt, vermeiden Sie Situationen, die Ihr Wohlbefinden beeinträchtigen. Nehmen Sie sich Zeit zum Meditieren (CDs gibt es jede Menge im Fachhandel); trainieren Sie ruhiges Atmen (einfache Techniken sind vielerorts erlernbar); horchen Sie in die Stille der Natur hinein und versuchen Sie so oft wie möglich innerlich ruhig zu werden.

Wenn Sie diese 5 Grundregeln beachten, wird sich das ohne Zweifel auf Ihre Gesundheit auswirken. Überlassen Sie nichts dem Zufall und nehmen Sie Ihr Wohlbefinden am besten noch heute selbst in die Hand.

Leben gerettet durch Brustkrebs-Früherkennung

12. Juli 2017 - Gesundheit - Vera Russwurm

Kürzlich erreichte die Koordinierungsstelle des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms folgende Nachricht der 67-jährigen Brigitte Haberleitner: „Durch euren Fernseh-Werbespot , Ich denk dran´ bin ich auf eure Seite im Internet gekommen – und dann ging alles ziemlich schnell… Hätt ich das nicht gesehen, könnt ich euch heute  vermutlich nicht mehr schreiben. Das Früherkennungsprogramm hat mein Leben gerettet!“

Starke Worte, die uns alle berühren. Warum nicht einmal mit dieser Frau reden, die aktiv auf uns zugegangen ist?

Der Empfang ist überaus herzlich und offen. „Ja, selbstverständlich, Vera, Sie können gerne über meine Geschichte in Ihrem Blog schreiben. Wenn wir dadurch wieder ein paar Frauen mehr zur Untersuchung bringen, wäre das großartig!“

Sie selbst ist nie zur Mammografie gegangen und war auch sechzehn Jahre lang nicht beim Gynäkologen. Nicht, weil sie nicht die Zeit dazu gehabt hätte, nicht, weil sie Angst vor einer schlechten Diagnose gehabt hätte. Nein – einfach nur deshalb, weil Brigitte Haberleitner es nicht für nötig empfunden hatte. „Ich hab doch immer so aufgepasst; immer g´schaut
und selbst getastet.“

Dass unmittelbar vor der, letztlich sehr nötigen, Operation nicht einmal der Primar in ihrer Brust das Karzinom ertastet – weil maskiert – ist für die 67-Jährige eine überraschende Erfahrung. Wie so vieles andere, was davor passiert. Aber der Reihe nach…

Nachdem Sie diesen TV-Spot gesehen und sich näher im Internet informiert haben, sind Sie also endlich zur Mammographie?

„Aber nein, Vera! Ich hab ja sogar schon davor, nämlich im März 2014, die Einladung dazu bekommen, hab das aber völlig ignoriert; und bin auch nach diesem TV-Spot dem Ruf nicht gefolgt. ABER: Ich hab meinen Arbeitskolleginnen davon erzählt und die haben gemeint: ,Geh doch hin!` Im April 2014 hab ich also dann tatsächlich um einen Termin angefragt,
im Mai hatte ich einen. Meine erste Mammografie.“

Zugleich Haberleitners erste Konfrontation mit der Krankheit. Denn vom Arzt hört sie: „Da ist was Gröberes“. Was denn eigentlich? Will sie`s nicht wissen? Nein, nachgefragt habe sie nicht, da sie so sicher gewesen wäre, dass da eh nix ist, dass sich der Arzt wohl irren müsse. Nicht einmal der Umstand, dass sie bereits am nächsten Tag einen Termin im AKH
Linz bekommt, irritiert Haberleitner. Auch nicht die Diagnose des dortigen Arztes, dass es in der rechten Brust einen bösartigen Tumor gäbe. Ihre Überzeugung: „Es kann doch nix Schlimmes sein, wenn ich´s selber nicht greif!“

Eine Woche später Biopsie. Endgültige Diagnose: Krebs, Stufe 2. Es muss operiert werden. Diesmal ist sie von der Diagnose erschüttert. „Ja, das hat mich dann doch sehr mitgenommen. Vor allem auch, weil mir das der Arzt so gesagt hat als wär´s eine Grippe. Als wär´s ganz was Normales.“

Am 27. Mai 2014 wird Brigitte Haberleitner Brust-erhaltend operiert. Die Lymphknoten waren frei, daher keine Chemo. Aber 33 Mal Strahlentherapie. Parallel dazu hat sie weiter gearbeitet. Geringfügig angestellt, an zwei Vormittagen. Im Verkauf. „Für mich war das wichtig, weil ich junge Leute um mich hatte. Die haben mir auch sehr viel Mut zugesprochen. Meine Sohn und meine Enkel können damit gar nicht umgehen. Leider auch nicht mein Mann“.

Im März 16 hat Brigitte Haberleitner zu arbeiten aufgehört. Heute hat sie zwei Menschen, mit denen sie wirklich sprechen, sich austauschen kann, wenn`s ihr schlecht geht. Denn die Angst ist noch nicht weg: „Vor jeder Untersuchung kommt sie wieder!“ Aber sie ist glücklich, dass sie sich damals, im April 2014, zur ersten aufgerafft hat. Und sie ist stolz darauf, alle ihre Kolleginnen ebenfalls dazu motiviert zu haben. „35 Frauen genau – sogar meine Chefin!“

„Wenn nix ist, umso besser! Aber wenn was ist, kann´s Leben retten. So wie in meinem Fall!“

Barbara: Vorsorge statt Nachsorge

10. Juli 2017 - Allgemein - Sabine Klein

Barbara ist eine von fünf Frauen, mit denen wir im Mai eine Wanderung in der Wachau gemacht haben. Dieser Ausflug stand ganz im Zeichen der Brustkrebs-Früherkennung: Wir wollten wissen, was Frauen über die Brustkrebs-Früherkennung denken und was sie sonst noch für ihre Gesundheit tun. Mit dabei auf dem Vogelbergsteig war ein Kamerateam, das den gesamten Aufstieg begleitete. Oben angekommen, haben wir die Frauen vor die Kamera gebeten. Das Resultat: Fünf persönliche Interviews rund um die Themen Gesundheit und Lebensphilosophie.

In diesem Beitrag stellen wir Ihnen Barbara vor. Dass sie lässig und bodenständig ist, sieht man gleich auf den ersten Blick: Flotter Kurzhaarschnitt, rote Brille und eine Art, die vermuten lässt, dass sie anpacken kann. Als Kauffrau muss sie das bestimmt auch, denn so ein Lebensmittelgeschäft, wie sie es hat, führt sich nicht von selbst. Dass sie zwei fast schon erwachsene Kinder hat, überrascht angesichts ihres jugendlichen Charmes. Wie sie das macht, wollen wir bei einem ausgedehnten Mittagessen von ihr wissen. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ich schau auf mich, meine Gesundheit und die Umwelt.“ Sie erzählt uns, dass sie als Ausgleich zum stressigen Berufsalltag gern häkelt, dass sie viel wandert und überhaupt gerne reist – „am liebsten an die Nordsee, und der Umwelt zuliebe immer mit dem Zug“.

Was ihr beim Einkaufen wichtig ist? „Regional und bio“, gesteht sie ohne Umschweife. Wir nicken bestätigend. Auch ihre Vorliebe für Fisch und Gemüse findet unsere Zustimmung. Auf sich und gleichzeitig auf die Umwelt zu schauen, das lässt sich ohne Zweifel unter einen Hut bringen. Deshalb versucht sie, Plastik so gut wie möglich zu vermeiden und dass sie ein Elektroauto fährt, ist praktisch Ehrensache: „Das möchte ich nicht mehr missen. Für mich ist Umweltschutz ein ehrliches Anliegen und kein Lippenbekenntnis.“

Zum Abschluss fragen wir sie noch, was für sie das Wichtigste in ihrem Leben ist. Da muss sie nicht lange überlegen: „Das ist ohne Zweifel meine Familie. Zu Hause finde ich den nötigen Ausgleich zum Beruf. Das war für mich auch schon wichtig als ich noch nicht Kauffrau war sondern noch in einem radiologischen Institut gearbeitet habe. Die Arbeit damals war sehr belastend für mich und wäre es früher oder später auch für meine Familie geworden. Deshalb habe ich mich für einen Jobwechsel entschieden und es bis heute nicht bereut.“

Mit Barbara haben wir eine Frau kennengelernt, die auf sich schaut, ohne egoistisch zu sein; und eine Frau, die lässig und bodenständig ist – und trotzdem nicht hemdsärmelig mit ihrer Gesundheit umgeht.

 

Foto: Benjamin Zika

Wetterfühligkeit – ganz bestimmt keine Einbildung

3. Juli 2017 - Allgemein - Christa Kummer

Das Phänomen der Wetterfühligkeit ist ein altbekanntes Rätsel. Im medizinischen Sinn keine Krankheit – dennoch reagiert bei fast jeder dritten Person in Österreich das vegetative Nervensystem höchst sensibel. In der Literatur taucht sie bereits seit Jahrtausenden – beispielsweise in Babylonien – auf, aber in einem fachmedizinischen Lexikon ist sie nicht zu finden.

Statistisch betrachtet äußern sich Frauen über die Einflüsse des Wetters häufiger als Männer. Die am häufigsten registrierten Symptome sind Kopfschmerzen, Migräne, Gelenkschmerzen, Erschöpfung und Müdigkeit. Wenn Sie sich nun in irgendeiner Form angesprochen fühlen – na dann willkommen im Klub! Sie teilen ihre Beschwerden mit weit mehr als einem Drittel der Mitteleuropäer.

Gerade in Deutschland, der Schweiz und in Österreich hat sich die wissenschaftliche Arbeit auf diesem Gebiet stark entwickelt – alles kein Zufall. Denn genau in diesen Ländern begünstigt die Landesnatur häufige und heftige Wetterwechsel. Alle Untersuchungen stellen jedenfalls eines klar: Wer unter dem Wetter leidet, ist kein Simulant. Allerdings gilt auch: Nicht das Wetter selbst macht krank, sondern es ist ein Auslöser, ein Verstärker von Befindlichkeiten und Beschwerden, die in unserem Organismus vorhanden sind!

Die Fachwelt stuft die Betroffenen je nach Beschwerdegrad in Wetterreagierende, Wetterfühlige und Wetterempfindliche ein:

  • Wetterreagierende: Bei diesen Personen kommt es zu klimabedingten Veränderungen des Blutdrucks oder der Hormonproduktion, es treten jedoch keine Erkrankungen auf.
  • Wetterfühlige: nehmen die Wetterreize physisch wahr und reagieren körperlich mit Beschwerden, die das Wohlbefinden senken. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Lustlosigkeit und Reizbarkeit sind hier eindeutige Kennzeichen.
  • Wetterempfindliche: sind Personen, die bereits an Krankheiten wie Rheuma, Asthma oder Herzrasen leiden. Diese Beschwerden können durch den Wetterreiz verstärkt oder sogar ausgelöst werden.

Sie sehen: Die Bandbreite der Wetterfühligkeit ist groß. Mein Tipp: Achten Sie auf Ihren Körper und geben Sie ihm die Ruhe, die er braucht. Das kann den Stresspegel in Ihrem Leben erheblich reduzieren helfen und hält Sie auf Dauer länger gesund.

Viele Forschungsergebnisse deuten übrigens darauf hin, dass wir unsere Wetterfühligkeit durch eine zunehmende Entfernung von „natürlichen Rhythmen“ selbst verursacht haben. Städter sind häufiger betroffen als Menschen, die am Land mit der Natur und der frischen Luft leben. Aber es gibt einfache Rezepte, die das vegetative Nervensystem wieder stärken. Welche das sind und was das mit Vorsorge zu tun hat, verrate ich Ihnen in meinem nächsten Blog-Beitrag.

 

 

Foto: Shutterstock

 

Martha: Gesundheitsvorsorge mit Baumkraxeln, Purzelbäumen und Trampolin

28. Juni 2017 - Allgemein - Sabine Klein

Von unserer Wanderung in der malerischen Wachau haben wir Ihnen schon in einem unserer letzten Blog-Beiträge berichtet: Wir haben uns mit fünf Frauen von Dürnstein aus über den Vogelbergsteig auf den Weg zur Fesslhütte gemacht, um ganz persönlich mit ihnen ins Gespräch zu kommen: Was tun sie konkret, um sich fit zu halten? Denken sie regelmäßig an die Gesundheitsvorsorge? Was ist ihnen noch wichtig im Leben? Dabei herausgekommen ist eine kurze Video-Serie. In diesem Blog-Beitrag möchte ich Ihnen Martha aus dem ersten Video vorstellen.

Mit 40 Jahren erkrankte sie an Krebs – heute steht sie mitten im Leben. Sie hat zwei Söhne, die, wie sie sagt, „unterschiedlicher nicht sein könnten“, und zwei Enkelkinder, die sie regelmäßig um sich hat: ein 17-jähriges Mädchen und ein fünfjähriger energiegeladener Bub, der sie rundum fordert. „Mit ihm mache ich alles, wodurch ich beweglich bleibe: Baumkraxeln, Purzelbäume oder Trampolinspringen“, schwärmt die sympathische Frau mit einem strahlenden Lachen, für die Sport und Bewegung ein „selbstverständlicher Motor“ sind.

Eine wichtige Rolle spielt auch ihr langjähriger Lebenspartner, der dafür sorgt, dass sie sich noch immer begehrt und geliebt fühlt. Vor fast 40 Jahren hat sie die Malerei für sich entdeckt – eine Beschäftigung, für die sie einerseits Freiraum benötigt. Andererseits haben sich dadurch wichtige Freundschaften mit Gleichgesinnten entwickelt. Überhaupt ist ihr Gesellschaft wichtig: Mit Freunden geht sie gern zum Heurigen oder in Ausstellungen. Manchmal trifft man sich auch ganz unkompliziert in Marthas Garten. Gesprächsthemen gibt es genug: Neben der Kunst interessiert sie sich für Geschichte, im Besonderen für Archäologie und den Alltag von Frauen in früheren Jahrhunderten. Mit großem Interesse verfolgt sie auch das aktuelle Zeitgeschen.

Was ihr neben ihrer Gesundheit und einem erfüllten Privatleben noch wichtig ist? „Dass unsere medizinische Versorgung auf einem guten, leistbaren Level für alle bleibt. Wichtig ist mir auch eine intakte Umwelt – mir liegt viel daran, dass sie unseren Kindern noch lange erhalten bleibt.“ Ihre beste Freundin beschreibt sie übrigens als spontan, ehrlich, begeisterungsfähig und unternehmungslustig. Und als ich nachfrage, ergänzt Martha mit einem Augenzwinkern: „Ja, und ein wenig unpünktlich bin auch. Und, wenn ich hungrig bin und nicht rasch etwas zu Essen bekomme, dann kann ich schwierig werden.“ An dieser Stelle freue ich mich still und heimlich, dass wir dieses Gespräch beim Essen führen.

Zuletzt fragt Martha mich, wie ich sie beschreiben würde. Das fällt mir leicht: Vor mir sitzt eine herzliche und offene Frau, die trotz (oder aufgrund?) ihrer Vielseitigkeit gelernt hat, ein ausgeglichenes Leben zu führen.