Für ÄrztInnen

Hier finden Ärztinnen und Ärzte alle wichtigen Informationen rund um das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm.

Frauen wenden sich bei Anfragen bitte an die Serviceline 0800 500 181 (Mo bis Fr 8.00 -18.00 Uhr, kostenfrei aus ganz Österreich), erreichbar auch per E-Mail: serviceline@frueh-erkennen.at

 

Programmverlängerung 2018

Zwischen der Bundeskurie der Österreichischen Ärztekammer und dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger wurden im Rahmen der Verhandlungen zur Verlängerung des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms folgende Punkte vereinbart:

  • Die neue 2. Zusatzvereinbarung gilt für weitere vier Jahre.
  • Rolle der Vertrauensärztin / des Vertrauensarztes:
    • Die wichtige Rolle der VertrauensärztInnen im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms wurde einmal mehr betont. Nach wie vor ist keine Zuweisung im anspruchsrechtlichen Sinn für die Mammografie im Rahmen des BKFP notwendig. Im Zuge der ärztlichen Beratung besteht aber zukünftig die Möglichkeit, dass Frauen das geläufige Zuweisungsformular mit dem Hinweis, dass eine Brustkrebs-Früherkennungs-Untersuchung erbeten wird, von ihrer Vertrauensärztin / ihrem Vertrauensarzt ausgehändigt bekommen. Damit ist der Radiologin / dem Radiologen gegenüber klargestellt, dass eine Befundübermittlung an diese Vertrauensärztin / diesen Vertrauensarzt erwünscht ist. Der Anspruch auf eine Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung ist wie bisher auch, nur bei freigeschalteter e-card gegeben.
    • Im Fall von Honorarüberarbeitungen auf Trägerebene steht zur Disposition, die mit der Beratung der Frauen verbundene Leistung Eine entsprechende Willenserklärung mit einem Richtwert von EUR 3,- wurde im Vertrag festgeschrieben.
  • In die Indikationenliste wurde die Indikation BIRADS 3 aufgenommen und die Indikation „besondere medizinische Indikation im Einzelfall“ durch die „sonstige medizinische Indikation“ ersetzt. Das damit verbundene Procedere (Angabe einer Begründung und Übermittlung der einschlägigen Kopien an die jeweilige Regionalstelle) bleibt unverändert.
  • Lässt eine Frau zwischen 40 und 45 Jahren ihre e-card für das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm freischalten (Opt-In), gilt diese Anmeldung auch über das 70. Lebensjahr hinaus. Das heißt sie muss die e-card nicht noch einmal freischalten lassen, wenn sie nach dem 70. Lebensjahr weiterhin am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm teilnehmen möchte.
  • Die e-card wird weiterhin wie bisher mit Monatserstem
  • Die Radiologin / der Radiologe hat ab sofort eine Korrekturmöglichkeit, wenn sie / er im Rahmen der Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung feststellt, dass bei der Frau eine Indikation für eine kurative Untersuchung vorliegt. Ist dies der Fall, dokumentiert sie / er eine kurative Untersuchung wodurch die Datenqualität gesichert ist.
  • Qualitätssicherung:
    • Der Effekt des aus Sicht der Sozialversicherung sehr wichtigen und in allen Screeningprogrammen etablierten Qualitätsmerkmals der unabhängigen Doppelbefundung wird auf Wunsch der Ärztekammer mit der nächsten Programm-Evaluierung gemessen und gegebenenfalls durch andere Maßnahmen ersetzt oder gestrichen werden.
    • Gegenstand der Evaluierung ist auch die österreichische Besonderheit der zusätzlichen Möglichkeit des Ultraschalls.
  • Die Histo-Dokumentation (= Tumor- oder Pathologie-Dokublätter) der untersuchten Frauen ist bundesweit seit Start des Programms nach zu erfassen und an das BKFP zu übermitteln. Bis 31.12.2018 soll eine Nacherfassung von 90 % der erwarteten Dokumentation aus den öffentlichen Spitälern vorliegen. Gelingt dies nicht, würde der Vertrag mit 31.12.2019 enden – sofern zwischenzeitig keine andere Vereinbarung getroffen wird.
  • Die Fallsammlungsprüfung wurde gestrichen und durch ein prüfungsimmanentes Intensivbefundertraining ersetzt.
  • Untersuchungsintervall:
    • Das derzeitige Untersuchungsintervall von 2 Jahren bleibt auf Basis der aktuellen Evidenz bestehen. Eine allfällige Verkürzung des Untersuchungsintervalls für Frauen unter dem 56. Lebensjahr ist Gegenstand der nächsten Evaluierung.
    • Findet eine Kontroll-Untersuchung („Early Rescreen“) bereits nach 6 oder 12 Monaten statt, die nur eine Brust betrifft oder die nur eine Ultraschall-Untersuchung beinhaltet, wird das 2-Jahres-Intervall für die Mammografie nicht nach hinten verschoben.
    • Zahlt eine Frau die Mammografie privat, wird dies auf einem eigenen Dokublatt festgehalten. Diese Untersuchung hat ebenfalls keine Auswirkung auf das 24-Monate-Intervall.
  • Die Mammografie ist lt. Evidenz die am besten geeignete Methode um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Führt die Radiologin / der Radiologe eine Tomosynthese (3-D-Mammografie) durch, so ist dies entsprechend im Screening-Dokumentationsblatt zu erfassen.
  • Die Informations- und Wissensvermittlung rund um das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm wird auch von der ÖÄK unterstützt.
  • Neue Regelung für radiologische Standorte:
    • Ein radiologischer Standort, der erstmals am Programm teilnimmt, muss die erforderlichen Mindestfrequenzen innerhalb von 2 Jahren ab Programmteilnahme nachweisen. In Einzelfällen kann von der Anforderung der Mindestfrequenzen abgewichen werden, wenn einem Standort z.B. regionale Versorgungsrelevanz oder Ausbildungsrelevanz zuerkannt wird.
    • In Sonderfällen kann ein Standort wieder aufgenommen werden. Dies wird in Einzelfällen geprüft.