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12. Oktober 2017 - Sabine Klein

Online geht’s schneller: Neue Wege in der Sozialversicherung

„früh erkennen“ hat sich wieder einen interessanten Interview-Partner geholt: Mag. Andreas Obermaier ist als Direktor der Wiener Gebietskrankenkasse u.a. zuständig für die Bereiche Organsiation und Informatik. Wir haben ihm eine Reihe von Fragen zum Online-Service „Meine SV“ gestellt, u.a. wollten wir wissen, wie Frauen es im Zusammenhang mit dem Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm nutzen können.

Früh erkennen: Herr Direktor Obermaier, mit dem neuen Online-Service „Meine SV“ der Sozialversicherung ist es möglich, Einreichungen, Anträge und Meldungen online zu erledigen. Welche Services umfasst dieses Angebot konkret?

Mag. Obermaier: Ich kann dieses neue Angebot nur wärmstens empfehlen, gerade weil es so viele Services umfasst. Es wurde geschaffen, um den Versicherten Zeit und Wege zu ersparen und hält, was es verspricht: Sie können hier z.B. Wahlarzt- oder Fahrtkosten-Rechnungen einreichen, einen Blick auf Ihr Pensionskonto werfen, Ihre Daten und jene von mitversicherten Personen kontrollieren, Ihre e-card nachbestellen und vieles mehr. 33 Services haben wir bis jetzt auf der Plattform integriert und wir erweitern die Liste laufend. Wer „Meine SV“ nutzt, hat klare Vorteile, etwa bei der Einreichung von Rechnungen: Online ist die Wartezeit bis zur Überweisung deutlich kürzer, als wenn Sie ein Kundencenter aufsuchen – von der Wartezeit am Schalter einmal abgesehen – sowohl die Versicherten als auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitieren also davon.

Früh erkennen: Man braucht dafür eine Handysignatur und dann muss man sich noch auf einem Computer einloggen … Ist dieses neue System nicht doch auch kompliziert?

Mag. Obermaier: Ganz und gar nicht. Oft glauben die Menschen, dass die Handysignatur kompliziert ist, weil sie eine falsche Vorstellung davon haben, dabei funktioniert es ganz ähnlich wie E-Banking. Und es gibt eine Vielzahl von Stellen, wo man rasch und unbürokratisch zu seiner Handysignatur kommt. Alles, was man dazu braucht, ist ein Handy mit SMS-Funktion und ein amtlicher Lichtbildausweis. Die Aktivierung dauert nur ca. 10 Minuten. Sie sehen: Das geht wirklich ganz schnell. Und man hat eine Reihe von Vorteilen, denn die Handysignatur ist eine rechtsgültige elektronische Unterschrift, die von zahlreichen Behörden und Institutionen genutzt wird, nicht nur von der Sozialversicherung. Wer sie sich einmal besorgt, profitiert also immer wieder davon, z.B. in Finanz- oder Postangelegenheiten. Übrigens: Über 800.000 Österreicherinnen und Österreicher haben bereits eine Handysignatur – Tendenz steigend.

Früh erkennen: Jüngst ist auch das Brustkrebs-Früherkennungsprogramm in „Meine SV“ integriert worden. Was genau haben Frauen davon, die das neue Angebot nutzen?

Mag. Obermaier: Kurz gesagt: eine weitere Möglichkeit, sich über die Brustkrebs-Früherkennung zu informieren – zusätzlich zu unserer Serviceline, die unter der Telefonnummer 0800 500 181 erreichbar ist. Jede Frau, die sich fragt, wann sie das letzte Mal bei der Brustkrebs-Früherkennung war oder ob ihre e-card freigeschaltet ist, kann nun auf „Meine SV“ selber nachsehen – einfach, bequem und sicher.

Früh erkennen: Stichwort Sicherheit – Wie sicher ist „Meine SV“? Was haben Sie alles unternommen, damit die Daten der Versicherten geschützt sind?

Mag. Obermaier: Bei „Meine SV“ kommen aktuelle Sicherheitstechnologien zum Einsatz, die für die gesamte Sozialversicherung gemeinsam ständig betreut und weiterentwickelt werden. Die gesamte Kommunikation erfolgt hochwertig verschlüsselt und mit der österreichischen Handysignatur steht eine zuverlässige Prüfung zur Verfügung, wer vor dem Bildschirm sitzt. Nur wer die Kennwörter und das damit verknüpfte Handy besitzt, hat Zugriff – ähnlich wie bei Banken, mit denen man seine Bankgeschäfte online abwickelt.

Früh erkennen: Hand aufs Herz: Nutzen Sie meine SV auch?

Mag. Obermaier: Ja, sicher! Ich bin ja ein Versicherter wie alle anderen auch und nutze online eine Reihe von Services, z.B. die Leistungsinformation, die online ganz genau anzeigt, welche Leistungen von der Krankenversicherung für mich bezahlt wurden; oder das Pensionskonto.

Früh erkennen: Und was ist Ihr „Lieblingsservice“?

Mag. Obermaier: Auch wenn das für mich persönlich nicht direkt relevant ist: das Rezeptgebührenkonto. Dabei hat man einen genauen Einblick, wie viele Rezeptgebühren man bereits bezahlt hat und wann man die Obergrenze erreichen würde.

Früh erkennen: Was ist Ihre ganz persönliche Zukunftsprognose? Was müssen Versicherungsanstalten in Zukunft noch besser machen, wo gibt es Modernisierungsbedarf?

Mag. Obermaier: Alle reden heute von Digitalisierung und Fortschritt. Für mich muss diese Diskussion aber weit über die Programmierung von Online-Services und Apps hinausgehen. Ich meine, unsere größte Herausforderung wird sein, Schritt zu halten mit dem technologischen Fortschritt und gleichzeitig als Sozialversicherung eine Institution zu bleiben, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Und dazu wollen wir unsere Versicherten mit innovativen Zugängen laufend besser und bequemer servicieren – auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Das ist uns ein echtes Anliegen, nicht zuletzt, um für persönliche Beratung durch unsere Kolleginnen und Kollegen mehr Zeit zu haben.

Mag. Andreas Obermaier ist in der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) als Direktor zuständig für die Bereiche Medizinische Behandlungsökonomie, Organisation und Informatik, Versorgungsmanagement sowie Vertragspartnerverrechnung und Verhandlung. Er hat an der WU Wien Betriebswirtschaftslehre studiert und begann seine berufliche Laufbahn in der Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA). 2007 wechselte er in die WGKK. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Sein Steckenpferd ist Zeitgeschichte, in seiner Freizeit macht er Sport, z.B. Laufen oder Segeln. Sein Laster: Kaffee …

 

Alle Infos zu „Meine SV“, dem Service-Portal der österreichischen Sozialversicherungsträger finden Sie hier.

Hier erfahren Sie, wie und wo Sie Ihre Handysignaturaktivieren können.

Sabine Klein

Sabine ist Innovationsmanagerin in der WGKK. Davor war sie Teil des Teams der Koordinierungsstelle des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms. Zudem ist sie Trainerin für Stressmanagement und Burnout-Prävention. Eine ausgeglichene Lebensführung, bei der Spaß und Bewegung nicht zu kurz kommen, ist ihr besonders wichtig.

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