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14. September 2017 - Nina Roth

Können Sie Ihr Brustkrebs-Risiko beeinflußen?

Kann ich Brustkrebs vorbeugen und etwas tun, damit ich mein individuelles Brustkrebs-Risiko senke? Diese Frage bewegt viele Frauen. Doch – wie meistens bei komlexen Angelegenheiten – ist diese nicht so einfach beantworten. Denn die Entstehung von Brustkrebs hängt von vielen Faktoren ab und nicht alle sind beeinflussbar. Hier ein kurzer Überblick darüber, welche Faktoren das Brustkrebs-Risiko bestimmen.

Wie aus großen Studien bekannt ist, kann fast sicher gesagt werden, dass folgende Faktoren bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen: Das Lebensalter, die hormonelle Situation, der Lebensstil und ererbte Risikogene.

Zum Lebensalter kann gesagt werden, dass das Brustkrebs-Risiko nicht in jedem Lebensabschnitt gleich hoch ist. Während im Alter von 35 Jahren nur etwa jede 110. Frau an Brustkrebs erkrankt, ist es mit 65 Jahren jede 27. Frau. Da Brustkrebs mit höherem Alter häufiger vorkommt, betonen wir hier immer wieder, wie wichtig es gerade im Alter zwischen 50 und 70 ist, regelmäßig zur Brustkrebs-Früherkennung zu gehen. Eine Mammografie alle 2 Jahre kann Brustkrebs zwar nicht verhindern, aber ermöglicht eine Früherkennung und verbessert die Heilungschancen.

Die hormonelle Situation in unserem Körper hat ebenfalls einen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs, aber ist kaum beeinflussbar. Je länger eine Frau mit dem Zyklus-bedingten Auf und Ab von Östrogenen und Gestagenen lebt, desto höher scheint das Risiko für Brustkrebs zu sein. Eine Rolle spielt auch die Familienplanung: Je mehr Schwangerschaften eine Frau hat und je länger die Kinder gestillt werden, desto niedriger ist das Risiko für Brustkrebs. Wichtig zu wissen ist auch, dass die Hormonersatztherapie jedenfalls risikosteigernd wirkt. Daher gilt heute das Prinzip diese so niedrig dosiert wie möglich und nur so lange wie nötig zu geben. Mehr Informationen dazu bekommen Sie von Ihrer Ärztin / Ihrem Arzt.

Der Lebensstil ist der einzige Risiko-Faktor, den wir wirklich beeinflussen können: Wie viel und wie oft bewegen wir uns? Wiegen wir zu viel? Wie oft trinken wir wie viel Alkohol? All diese Faktoren haben einen Einfluss. Welche Rolle die Ernährung tatsächlich auf das Brustkrebs-Risiko hat und ob die Menge an Obst und Gemüse, die frau isst, eine Rolle spielt, scheint noch unklar zu sein. Andererseits bestimmt auch die Ernährung maßgeblich das Gewicht, das frau auf die Waage bringt und hat somit doch keinen so unerheblichen Einfluss.  Faszinierend dabei ist, dass schon eine Gewichtsabnahme um 4,5 Kilo – das sollten wir doch schaffen, oder? – das Brustkrebs-Risiko um 45 % (!) senken kann. Und dann wäre da auch noch der Alkoholkonsum: Konsumieren wir mehr als ein Glas Wein, steigt das Brustkrebs-Risiko mit jedem Glas um 7  %. Dann ist es wohl doch besser bei dem einen Glas zu bleiben, meistens jedenfalls. Mehr dazu finden Sie auch noch in diesem Blogbeitrag.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist noch die genetische Belastung: Wer glaubt ein erhöhtes familiäres Brustkrebs-Risiko zu haben, bespricht dies am besten mit seiner Vertrauensärztin / -arzt oder wendet sich an die Brustgenberatung.

Umweltfaktoren oder Stress hingegen scheinen nach dem derzeitigen Stand der Forschung eine untergeordnete Rolle bei der Entstehung von Brustkrebs zu spielen.

Wer mehr lesen möchte, kann dies hier tun oder hier.

Alles in allem lernen wir daraus, dass wir vor allem auf uns schauen müssen: Regelmäßig bewegen; nicht zu viel und nicht zu schwer, aber unbedingt köstlich essen; und es mit Wein, Bier oder dergleichen nicht übertreiben. Denken Sie dran!

Nina Roth

Nina hat bis 2018  im Team der Koordinierungsstelle des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms gearbeitet. Nina ist Ernährungswissenschafterin. Auf diesem Blog wird sie sich daher mit Ernährung und Bewegung zur Brustkrebs-Prävention auseinandersetzen. Themen, die sie besonders wichtig findet, weil frau mit kleinen Veränderungen des Alltags viel bewirken kann.

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